Amtliche Meldung

Starke Frauen, starke Weine ; Weinweiblich: Kinoabend der Gleichstellungsstellen und LandFrauen ein voller Erfolg

„Der Winzer“ – so lautete der Titel des Lehrbuchs, mit dem Hanneke Schönhals vom Weingut Schönhals (Biebelnheim) vor einigen Jahren in ihrer Ausbildung zur Winzerin an der Berufsschule gelernt hat. Dass der Buchtitel die weibliche Berufsbezeichnung völlig außer Acht lässt, ist dabei wohl dem Umstand geschuldet, dass das traditionsreiche Handwerk auch in der heutigen Gesellschaft noch häufig mit dem männlichen Geschlecht in Verbindung gebracht wird. Doch der Weinbau ist viel mehr – der Weinbau ist auch weiblich! Neben Schönhals sind auch Charlotte Meiser vom Weingut Meiser (Gau-Köngernheim), Dr. EvaVollmer vom gleichnamigen Weingut (Mainz-Ebersheim) und Kristin Antweiler vom Weingut Antweiler (Volxheim) bestes Beispiel dafür, dass auch starke Frauen starke Weine anbauen und vermarkten können.

Vom Generationenwechsel zwischen großen handwerklichen Traditionen und dem Mut junger Frauen, die die Weinbranche nachhaltig verändern, erzählt auch der Film „Weinweiblich“, den die Gleichstellungsstellen des Landkreises Alzey-Worms und der Verbandsgemeinde Alzey-Land gemeinsam mit dem LandFrauen Verband Rheinhessen e.V. im Rahmen eines Sommerkinoabends der Extraklasse in der Albiger Mehrzweckhalle vor rund 100 Gästen zeigten.

Im einführenden Podiumsgespräch konnten sich die Zuhörenden einen Eindruck vom Alltag der Winzerinnen und den Herausforderungen verschaffen. Wohingegen die Schirmherrin der Veranstaltung, Ute Klenk-Kaufmann, die selbst an der Hochschule Geisenheim Weinbau studiert hat, noch in den 1970er Jahren eine von wenigen Frauen in der Branche war, spricht die Jungwinzerin Kristin Antweiler heute von paritätischen Verhältnissen unter den Studierenden. Bereits in ihrer Kindheit habe sie im elterlichen Weingut früh den Mut und das Selbstbewusstsein zugesprochen bekommen, dass auch sie als Frau einmal einen solchen Betrieb führen kann. Gleiches berichtete auch Charlotte Meiser, bei der sich der Berufswunsch während eines Praktikums herauskristallisierte und festigte, da es insbesondere die Abwechslung sei, die sie so sehr am Weinbau begeistere. Dennoch musste auch sie mittlerweile feststellen, dass der Traumberuf die ein oder andere Herausforderung mit sich bringt. „Dass die Frau ihre PS auf die Straße bringen kann, muss sich die junge Mutter ihre Zeit frei boxen“, berichtete Meiser von ihrem Alltag als Mutter eines einjährigen Kindes. Das weiß auch Vollmer nur zu gut, die als eine von vier Protagonistinnen im Film des Regisseurs Christoph Koch Einblicke in ihren Alltag zwischen Reben, Weinkeller und Familie gewährt. „Keine Zeit darf keine Ausrede sein für etwas Gutes“, ist das Motto der kreativen Winzerin, die sich gemeinsam mit ihrer Kollegin Schönhals zusammengetan hat, um sich im Weinbau für Nachhaltigkeit und Klimaschutz stark zu machen.

So sei dieser Zusammenschluss bestes Beispiel dafür, dass Winzerinnen von einer guten Netzwerkarbeit profitieren und eben das die Branche auszeichnet. Darin sind sich auch Dr. Vera Lanzen, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Alzey-Worms und Irene Flick, 1. Stellvertretende Landesvorsitzende des LandFrauen Verbandes Rheinhessen sicher.

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